White Socks (Seelenhund)

Erzählt von Socks

Im April 2004 begab es sich, dass Kate in meiner Heimat ihren Urlaubverbrachte. Auf dem Markt von Maspalomas lernte Kate zufällig dieTierschützerin Maria Tempelmann kennen. Schnell war man sich sympathisch und für Kate war klar: Sie wollte auch helfen. Kate versprach, in Deutschland  Hunde von Gran Canaria aufzunehmen und an tierliebe Menschen zu vermitteln. Im Mai wurden ein kleiner Westie namens Blanco und ich dann zur Ausreise zugelassen. An einem Sonntagmittag brachte Maria uns in großen Transportboxen zum Flughafen. Blanco und ich wussten gar nicht, was los war. Am Flughafen kamen wir direkt zum Check-in. Dort kriegten wir jeder eine Tablette und dann fuhren uns fremde Männer in den Bauch der Maschine.

Wir hatten Angst, denn darin war es dunkel, kalt und auch sehr laut. Aber vor allem hatten wir Angst, was uns am Ende der Reise erwarten würde. Nach 4 1/2 Stunden Flug ging es abwärts. Natürlich dauerte es noch eine ganze Weile bis wir aus dem Flieger raus waren. Unsere Flugpaten brachten uns durch die Kontrolle und anschließend in die große Flughafenhalle. Dann kamen ein Mann und eine Frau auf uns zu, es wurden Papiere übergeben und einige Worte gewechselt. Damals konnte  ich die Sprache aber noch nicht verstehen. Unsere Flugpaten gingen und der Mann und die Frau brachten uns zu einem Auto.Als wir darin verstaut waren, hatten wir noch eine lange Strecke zu fahren bis wir endlich ankamen.

Mit den Transportboxen wurden wir in ein Haus gebracht und dann in ein Zimmer. Erst da durften wir die Boxen verlassen. Damals hab ich nicht sofort verstanden, warum wir in dieses Zimmer gebracht wurden. Ein paar Tage später erst wurde mir das klar: Es waren auch noch Katzen anwesend und man hatte wohl Angst, dass wir über die Tierchen herfallen könnten. Kaum zu glauben, denn wir südländischen Hunde sind sehr sozial verträglich! In dem Zimmer waren viele Bücher und Bilder an der Wand und ein Computer, wohl ein Arbeitszimmer. Na, egal, ich musste mal ganz dringend und konnte nicht mehr an mich halten. Dann ging die Tür wieder auf und die Frau kam rein. "Au Backe!", dachte ich,  "Jetzt gibt es Schimpfe und ich muss sicher das Haus verlassen und draußen schlafen."  Aber nein, sie sah es zwar, schimpfte jedoch nicht. Statt dessen stellte sie zwei große Schüsseln für uns hin mit Wasser und leckerem Futter. Und wir hatten mächtig Kohldampf. Dann kam sie wieder, diesmal mit Eimer und Lappen bewaffnet und machte erstmal mein Malheur weg. Anschließend gingen der Mann und die Frau mit uns Gassi. Draußen war es bereits dunkel und ich dachte, dass wir wie in unserer Heimat draußen bleiben müssen. Aber nein, wir durften wieder mit rein. Die Nacht verbrachten wir in dem Zimmer auf  Decken und am nächsten Morgen ging die Frau mit uns spazieren. Das war lustig, Blanco zog rechts und ich links.

In den folgenden Tagen hielt sich die Frau nun sehr viel in unserem Zimmer auf und telefonierte. Und dann machte sie Fotos von uns, die in einem Kasten namens Computer verschwanden. Fünf  Tage nach unserer Ankunft war es mir aber zu doof, immer nur in dem Zimmer zu bleiben und ich nutzte die Gelegenheit zum Öffnen der Zimmertür, als die Frau das Haus mal verließ. Aha, jetzt lernten wir also die Katzen kennen. Die waren ja ganz nett, die pelzigen Gesellen. Die Frau hat sich natürlich total erschrocken, als sie wieder kam und wir ihr entgegen liefen. Von da an durften  wir uns frei bewegen und mit den Katzen herumlaufen.

Eine Woche später kam dann ein Ehepaar mit Kindern zu uns. Sie interessierten sich mächtig für Blanco, stellten viele Fragen und waren total begeistert von dem kleinen Kerl. Innerlich frohlockte ich, dass sie sich nicht für mich interessierten, denn ich hatte mich bei der Frau namens Kate schon richtig gut eingelebt. Die Leute gingen wieder, um ein paar Tage später wieder zu kommen und meinen Hundekumpel abzuholen. Ein wenig traurig war ich da schon, aber Blanco hat auch ein gutes Zuhause bekommen.

Kate redete immer noch davon, dass auch ich bald ein gutes Zuhause finden würde. Jetzt musste ich meinen ganzen Charme aufbringen und ihr klar machen, dass ich mich längst zuhause fühlte. Die Tatsache, dass ich nicht gerade klein bin und auch recht viel Auslauf brauche, schreckte wohl doch viele Leute davon ab, sich für mich zu interessieren, was mir gut in den Kram passte. Ich machte mich für Kate nahezu unentbehrlich und spielte mein ganzes Charmepotenzial rauf und runter. Eines Nachts, als Kate und die Katzen schliefen, kroch ich heimlich ins Bett. Na ja, schließlich waren die Katzen da auch drin, also gleiches Recht für alle! Kate guckte am nächsten Morgen schon etwas überrascht, musste dann aber lachen.

Nun war ich schon ganze vier Wochen bei Kate und eines Nachmittags sagte sie zu mir: „ Socks, ich habe dich heute steuerlich angemeldet, du gehörst nun zu uns.“ Dabei drückte sie mich ganz doll und ich kann euch gar nichtsagen wie glücklich ich darüber war: Ich, die keiner so recht haben wollte, hatte endlich mein Zuhause!

Nun bin ich schon viele Jahre hier, habe viele Hundekumpels in der Nachbarschaft und die Zweibeiner mögen mich auch alle. Mit den Katzen verstehe ich mich prächtig und als der kleine Luzifer zu uns gebracht wurde, habe ich ihn sofort adoptiert und ihn sozusagen als meinen Katzensohn angenommen. Natürlich kann ich ihn heute nicht mehr durch die Wohnung tragen, denn er wiegt mittlerweile 7 kg und ist somit kein Leichtgewicht. Aber wenn er sich auf den Boden legt, nehme ich ganz vorsichtig eines seiner Vorderbeine in meine Schnauze und ziehe ihn über den Boden, wir haben dann immer viel Spaß zusammen.

So, nun aber genug erzählt, hier noch ein paar Fotos von mir.

 


 

"Natürlich kann man ohne Hund leben - es lohnt sich nur nicht."
Heinz Rühmann



Nach kurzer aber schwerer Krankheit musste ich meine geliebte Socks
am 26.12.2009 von ihrem Leiden erlösen lassen.
Sie schlief friedlich auf unserem Sofa in meinem Arm ein.

Das Testament eines Hundes

Wenn Menschen sterben, machen sie ein Testament,
um ihr Heim und alles, was sie haben
denen zu hinterlassen, die sie lieben.

Ich würde auch solch´ ein Testament machen,
wenn ich schreiben könnte.

Einem armen, sehnsuchtsvollen, einsamen Streuner
würde ich mein glückliches Zuhause hinterlassen,
meinen Napf, mein kuscheliges Bett,
mein weiches Kissen, mein Spielzeug
und den so geliebten Schoß,
die sanft streichelnde Hand,
die liebevolle Stimme,
den Platz, den ich in jemandes Herzen hatte,
die Liebe, die mir zu guter Letzt
zu einem friedlichen und schmerzfreien Ende helfen wird,
gehalten im liebendem Arm.

Wenn ich einmal sterbe, dann sag´ bitte nicht:
Nie wieder werde ich ein Tier haben,
der Verlust tut viel zu weh!

Such Dir einen einsamen, ungeliebten Hund aus
und gib´ ihm meinen Platz.

Das ist mein Erbe.

Die Liebe, die ich zurück lasse, ist alles.


Meine Freundin gab mir den Rat recht schnell wieder einem Hund ein Zuhause zu geben.


Im Internet gibt es mehr als genug Seiten, voll mit Hunden aus dem Tierschutz. Ich sah mir endlos viele Seiten an, ein Hund schöner als der andere. Die Auswahl war groß und auf der Seite Podenco-Hilfe-Lanzarote wurde ich auf Liz, reinrassige Podenca, aufmerksam. Schnell wurde mit dem Vermittlerteam Kontakt aufgenommen, Verträge unterschrieben und Flugtermine bestätigt.


Am 17.01.2010 zog Liz bei uns ein.





 


Lizzy, wie sie nun gerufen wird ist ein echter Sonnenschein, freundlich zu  Hunden, Katzen und Menschen. Immer gut drauf, aber auch ein typischer Podenco, was bedeutet. Eigensinnig, starker Jagdtrieb, verfressen, manchmal albern, immer stürmisch und unendlich anhänglich, lieb und vor allem liebebedürftig.


Wer einen Podenco hält wünscht sich schnell einen zweiten und mehr. Denn der Suchtfaktor in der Podenco haltung ist enorm groß. So ging es auch mir. Doch was, wenn der zweite Podi sich nicht mit Liz versteht oder mit meinen Katzen?


Diesmal spielte ein wenig Glück mit.


Im September suchte Birgit, ebenfalls Halterin von zwei Podencos, einen kurz Zeit Pflegeplatz für eine wunderschöne schwarze Podenca. Tamara war ihr Name und lebte bereits in Deutschland. Die schöne hatte bereits ihr zuhause verloren und ein neuer Pflegeplatz war in sicht nur leider erst 14 tage später. Was nun? Wohin mit Tamara? Birgit fragte mich und ich willigte ein, Tamara für die 14 Tage zu nehmen.  Irgendwie habe ich die Rechnung ohne Lizzy und Tamara gemacht, die beiden verstanden sich vom ersten tag an prächtig. Nach 14 Tagen musste ich mich entscheiden ob ich sie nun auf ihren vorgesehenen Pflegeplatz gebe oder sie übernehme. ich entschied mich zunächst für einen Langzeitpflegeplatz mit Option zur Übernahme. Am ende entschieden die Hunde und Katzen. Tamara wurde von mir am 09.12.2010 Adoptiert.


Tamara wurde vermittelt über die Tierhilfe-Furteventura


 





 


So kann es kommen wenn man sich mit Podencos einlässt.


Aus Tamara wurde Tammy und laut ihrer Vorbesitzerin war sie angeblich nicht Katzenverträglich. Nun, Tammy ist 100% Katzenverträglich. Mit allen typischen Charaktereingenschaften eines Podis gesegnet. Was nicht immer leicht zu Händeln ist. Auch Tammy hat einen sehr stark ausgeprägten Jagdtrieb, nicht immer zu meiner Freude.


Lizzy, der Sonnenschein und Tammy die Zurückhaltende - man könnte sie auch Sol und Luna nennen.





Fliegen wie der Wind
spielen wie ein Kind
zärtlich ohne ende
grazil und wild – leicht und behände.



Heute kann ich mir ein Leben ohne Lizzy und Tammy gar nicht vorstellen.
Auch wenn sie es manchmal ganz schön auf den Kopf stellen.

Katja Winterstein | Fon 05232 8588990 | Mail katja-winterstein@of-pomahabri.de | Impressum